Degenerative Netzhauterkrankungen: BMBF-Förderung für Dresdner Forscher

6. Juni 2017 | By More

Retinale Pigmentepithelzell-Kultur und das Team von CLEANSIGHT (v.l.n.r.): Prof. Dr. Elly Tanaka, Prof. Dr. Marius Ader, Dr. Mike Karl, Dr. Seba Almedawar, Dr. Sven Schreiter und Dr. Dominic Eberle (Foto: CRTD, Dominic Eberle)

Die Forschergruppen Prof. Dr. Elly Tanaka, Prof. Dr. Marius Ader und Dr. Mike Karl am DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) – Exzellenzcluster der TU Dresden, erhalten eine Forschungsförderung im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ für ihr CLEANSIGHT Forschungsprojekt, in dem Verfahren zur schnellen und effizienten Identifizierung von Wirkstoffen gegen Netzhauterkrankungen entwickelt werden.

Bislang sind keine wirksamen Therapien zur Behandlung degenerativer Erkrankungen der Netzhaut wie z.B. Retinitis Pigmentosa (RP) und die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) etabliert. Zu einer Schädigung der Netzhaut kommt es unter anderem dadurch, dass die Retinalen Pigmentepithelzellen (RPE), die der Netzhaut anliegen, beeinträchtigt sind, natürliche „Abfallprodukte“ der Netzhaut aufzunehmen und zu recyceln. Dieser Prozess – die sogenannte Phagozytose – ist aber für die Funktion und das Überleben der lichtsensitiven Nervenzellen der Retina, den Photorezeptoren, essenziell. Eine gestörte Funktion der RPE-Zellen führt zur Degeneration der Netzhaut und somit zu Sehbehinderungen bis zur Erblindung. Substanzen, die die Funktion von RPE-Zellen verbessern, zum Beispiel eine erhöhte Stoffaufnahme stimulieren, könnten in der Lage sein, solche Störungen therapeutisch zu beheben und den Sehverlust zu vermindern.

„Das CLEANSIGHT-Projekt basiert auf einer seit 2013 von uns entwickelten Plattformtechnologie, die durch die Entwicklung eines Verfahrens zur gezielten Herstellung von humanen RPE-Zellen aus Stammzellen in der Zellkulturschale möglich wurde. Dadurch können Hochdurchsatz-Testungen (sogenannte „Screens“) für die Suche nach geeigneten Wirkstoffen durchgeführt werden, die dann als Grundlage für die Entwicklung neuartiger Therapien gegen Netzhaut-Erkrankungen dienen sollen“, so das Forscherteam, bestehend aus Dr. Seba Almedawar (Projektleiterin), Dr. Sven Schreiter und Dr. Dominic Eberle. Sie werden in ihrem Projekt unterstützt und begleitet von Prof. Dr. Elly Tanaka, Prof. Dr. Marius Ader und Dr. Mike Karl. Ein von Prof. Dr. Tanaka patentiertes Verfahren ermöglicht die Herstellung großer Mengen an humanen RPE Zellen von gleichbleibend hoher Qualität im Labor und stellt einen entscheidenden Fortschritt zum Aufbau einer Screening-Plattform für Wirkstoffe dar.

Die Unterstützung des CLEANSIGHT Projektes ist Teil der neuen Hightech-Strategie „Innovationen für Deutschland“ der Bundesregierung. Durch die schnelle Überführung innovativer Ideen in Produkte und Dienstleistungen, soll die Spitzenposition Deutschlands als größte Wirtschafts- und Exportnation in Europa gestärkt werden.

Quelle: DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien TU Dresden

Category: Medizin

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