14. Novartis Makula Update: 10 Jahre Lucentis® bei nAMD

30. Mai 2017 | By More

Das 14. Makula Update des Unternehmens Novartis fand am 31. März und 1. April im Kongresszentrum Hannover statt. Der Einladung waren rund 600 Augenärzte aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland gefolgt. Das Programm bot mit 2 Workshops, über 30 Vorträgen und hochkarätigen Rednern ein weitgefächertes Spektrum zum Thema Netzhauterkrankungen.

Lucentis als Paradigmenwechsel in der Augenheilkunde
Vor Einführung der VEGF-Hemmer1 musste der Augenarzt vor der Diagnose „feuchte altersbedingte Makuladegeneration“ kapitulieren, denn es gab keine Möglichkeit, die Erkrankung aufzuhalten. Die Diagnose bedeutete für den Patienten mehr oder weniger rasch den Verlust des zentralen Visus und letztlich die Erblindung. Mit der Entwicklung der VEGF1-Hemmer und der Zulassung von Ranibizumab (Lucentis®) für die Behandlung der nAMD vor 10 Jahren ging ein Paradigmenwechsel in der Augenheilkunde einher, so Prof. Dr. med. Carsten Framme (Hannover), der gemeinsam mit Prof. Dr. med. Nicole Eter (Münster) den Vorsitz des diesjährigen Makula Update führte: Erstmals war es möglich, den Visus nicht nur zu stabilisieren, sondern auch Visusverbesserungen zu erzielen. In der Zwischenzeit zeigte sich, dass die Anti-VEGF-Therapie auch bei den anderen großen Netzhauterkrankungen eine Therapieoption darstellt. So kamen im Laufe der letzten Jahre weitere Indikationen für Ranibizumab hinzu: die Visusbeeinträchtigung infolge einer chorioidalen Neovaskularisation (CNV) sowie eines diabetischen Makulaödems (DMÖ) und eines Makulaödems aufgrund eines retinalen Venenverschlusses (RVV) (Venenastverschluss oder Zentralvenenverschluss).

10 Jahre Lucentis bei nAMD, mehr als 10 Jahre klinische Forschung – das ist nicht nur ein Blick zurück auf Erreichtes, sondern ein hoffnungsvoller Ausblick in die Zukunft. Dies zeigten während des Makula Update eine Reihe aktueller Studienergebnisse zur Anti-VEGF-Therapie. Präsentiert wurden unter anderem 6 Monatsdaten der SALT-Studie2 für Patienten mit feuchter altersbedingter Makuladegeneration (AMD), Ergebnisse der PRIDE-Studie3 bei Patienten mit proliferativer diabetischer Retinopathie und die MINERVA-Studie4, die chorioidale Neovaskularisationen seltener Genese untersucht.

MINERVA-Studie:
Zulassungsstudie für Ranibizumab für seltene Erkrankungen der Retina
Insbesondere bei jüngeren Patienten treten chorioidale Neovaskularisationen (CNV) und Makulaödeme auf, die nicht durch eine neovaskuläre altersbezogene Makuladegeneration oder eine pathologische Myopie, sondern durch seltene Erkrankungen verursacht werden und für die bisher wenige Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Es kommt in dieser sehr heterogenen Gruppe von Erkrankungen im Verlauf zu akuten Sehbehinderungen, die für die meist noch mitten im Berufsleben stehenden Patienten eine große Belastung sind.
Bisher existieren zu diesen Krankheitsbildern lediglich Fallserien und retrospektive Fallgruppenerhebungen.

Mit der MINERVA-Studie sollte die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie mit 0,5 mg Ranibizumab überprüft werden. In die multizentrische, doppelblinde, randomisierte Zulassungsstudie eingeschlossen waren 178 über 18 Jahre alte Patienten mit verschiedenen seltenen Erkrankungen. Ausgeschlossen wurden Patienten mit instabilen Systemerkrankungen oder aktiver diabetischer Retinopathie mit okularen Komplikationen. Bei Krankheitsaktivität wurde basierend auf dem PRN-Schema behandelt. Primärer Endpunkt war die Sehschärfe nach 2 Monaten. Es erfolgte nach 6 Monaten eine weitere Untersuchung.
Der Beobachtungszeitraum endete nach 12 Monaten. Schon nach 2 Monaten war eine deutliche Verbesserung des Visus (bis zu 10 Buchstaben) in der Ranibizumab-Gruppe zu sehen, begleitet von einer Verringerung der zentralen Netzhautschichtdicke. Es zeigte sich ein signifikanter Visusanstieg nach 2 Monaten, der im Mittel bis zum Monat 12 gehalten werden konnte. Auch die Netzhautdicke war über den ganzen Verlauf der Studie deutlich reduziert.

Referenzen
1. VEGF = Vascular Endothelial Growth Factor
2. SALT = Efficacy of Ranibizumab Prn Treatment Compared to Aflibercept Bimonthly Intravitreal Injections on Retinal Thickness Stability in Patients With Wet AMD
3. PRIDE = Laser Photocoagulation Alone in Proliferative Diabetic Retinopathy
4. MINERVA= Assess the Efficacy/Safety of Intravitreal Ranibizumab in Patients With Vision Loss Due to Choroidal Neovascularization
5. Fachinformation Lucentis® Injektionslösung, Stand November 2016.

Quelle: Novartis Pharma GmbH 

Category: Unternehmen

Comments are closed.