Junius-Kuhnt-Award: Schweizer Ophthalmologe ausgezeichnet

18. Mai 2017 | By More

 

Der diesjährige Preisträger des Junius-Kuhnt-Award heißt Prof. Dr. med. Dr.-Ing. Sebastian Wolf, Klinikdirektor und Chefarzt der Universitätsklinik für Augenheilkunde des Inselspitals in Bern. Die Preisverleihung fand bereits am 31. März während des „Makula Update 2017“ in Hannover statt. „Prof. Sebastian Wolf ist Mediziner und Ingenieur“, hob Prof. Dr. Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, in seiner Laudatio hervor. „Dies erklärt auch seinen Sachverstand, mit dem er technische Fragen zu innovativen bildgebenden Verfahren angeht. Deren Entwicklungen hat er zweifelsohne mit wesentlichen Beiträgen international vorangebracht. Er hat diese Verfahren auch klinisch eingesetzt und gezeigt, wo der Nutzen im diagnostischen Armamentarium für Netzhauterkrankungen liegt.“

Sebastian Wolf absolvierte ein Doppelstudium an der RWTH Aachen in Maschinenbau und Humanmedizin. Sein umfassender Sachverstand floss in die Bildgebung der Scan- und Laser-basierten Verfahren ein, insbesondere in die OCT und in die Scanning-Laser-Tomographie. Er war einer der Ersten, der die Messung der Autofluoreszenz in der Diagnostik einsetzte und ein objektives Verfahren entwickelte, um das makuläre Pigment am Auge quantitativ zu erfassen. Sein neuestes Projekt ist das „fluorescence lifetime imaging ophthalmoscope (FLIO)“, ein Autofluoreszenzverfahren, mit dem einzelne Moleküle detektiert werden können. Bei der Methode wird die „Lebensdauer“ der Fundusautofluoreszenz der einzelnen Moleküle genutzt, um die Veränderungen in der Makula darzustellen. Ziel ist es, völlig neue prognostische Marker für den Verlauf von Makulaerkrankungen zu entwickeln.

Nach seiner Promotion und Habilitation in Aachen war Wolf für geraume Zeit am „Schepens Eye Research Institute“ der Harvard Medical School“ in Boston (USA) tätig. Auch dort befasste er sich mit innovativen Bildgebungsverfahren. Von 1994-1999 war er Oberarzt an der Augenklinik der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen. Seine nächste Station war Leipzig, wo er als stellv.  Klinikdirektor an der Universitäts-Augenklinik tätig war, bis er auf den renommierten ophthalmologischen Lehrstuhl ans Inselspital nach Bern berufen wurde.

Forschungsschwerpunkte des Ophthalmologen sind die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), die diabetische Retinopathie, Gefäßerkrankungen der Retina sowie die Mikrozirku­lation und Hämorheologie – kurzgefasst: alle relevanten Makulaerkrankungen. Er war in Europa einer der Ersten, der sich für die Optimierung der Anti-VEGF-Behandlung von AMD-Patienten einsetzte. Mit seinem Berner Therapiemodell konnte er zeigen, dass bei konsequenter Therapie unter „real-life“-Bedingungen auch langfristig sehr gute Ergebnisse bei der Behandlung der AMD erzielt werden können. Ebenso war er ein früher Verfechter der Kombinationstherapie.

Verleihung des Junius-Kuhnt-Award 2017: Prof. Dr. Carsten Framme, Hannover;
Prof. Dr. Frank G. Holz, Bonn; Prof. Dr. Dr. Sebastian Wolf, Bern; Dr. Stephan Ladenburger, Novartis; Prof. Dr. Nicole Eter, Münster, Dr. Eva-Maria Paulus, Novartis.

(Textquelle und Bild: Novartis)

 

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