Ein Ende finden und den Anfang in Händen halten

11. Mai 2017 | By More

Mit den Worten von Hanspeter Rings möchte ich  „Tschüss“ und „Danke“ sagen. Meine Zeit als Herausgeber und Verleger der Fachmagazine CONCEPT Ophthalmologie und OPTIC+VISION und des Patientenmagazins AUGENLICHT VisionCare endet nun. Es waren interessante 25 Jahre voller Brüche, Übergänge und Metamorphosen. Gerne erinnere ich mich in diesem Zusammenhang an meinen schönsten Vortrag, den ich vor vielen Jahren auf einer WVAO-Veranstaltung gehalten habe – zum Thema „Loslassen können!“

Und es fällt mir auch nicht wirklich schwer, weil alles Festhalten den von uns betreuten Magazinen nicht zum Vorteil gereichen würde. Medien müssen sich an die sich wandelnden Verhältnisse anpassen können, wollen sie Zukunft haben. Und dazu bedarf es entsprechender Randbedingungen, bestimmter Wachstumsumgebungen.

Wer als Verlag die Chancen der Digitalisierung nutzen will, benötigt für die Prozesse, die mit vielen Versuchen und Irrtümern einhergehen, innovationsoffene Strukturen gute finanzielle Ressourcen und mit Größe verbundene Attraktivität für junge Mitarbeiter. Wer zudem als Verlag das Thema Gesundheitsmarkt seinen Lesern in adäquater Weise aufarbeiten möchte, der arbeitet besser mit einem entsprechenden redaktionellen Ressourcen-Background, der der Forderung nach zunehmender Interdisziplinarität gerecht wird. Die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten reflektieren mehr und mehr das Ganze und nicht nur das Spezielle des Fachs.

Mittlerweile sind sich Experten einig: Sowohl Digitalisierung als auch Gesundheit werden die Impulse sein, die die nächsten Innovationszyklen auslösen bzw. antreiben werden (Stichwort Kondratieff). Diese Dynamik mitzugehen hätten wir intellektuell stemmen können, aber wahrscheinlich nicht verlegerisch-strukturell. Die ganze Welt des Sehens mit ihren drei relevanten Zielgruppen thematisch zusammenzuführen, die Grenzen mit nur einer Redaktion zu überwinden, Perspektiven und Ideen Platz zu geben, das war unsere Leistung – auch das Denken out-of-the-box. Das soll auch bleiben, aber eine weitere Stufe wird gezündet werden.

Deshalb habe ich mich entschieden, meine Titel in andere Hände zu geben, und zwar so, dass dem gesamten Team die Chance eröffnet wird, im neuen Kontext mit- und weiterzuarbeiten. Auch meine Tochter Elsa, die bei uns eine Ausbildung zur Online-Redakteurin macht, geht mit zur Mediengruppe Oberfranken – Fachverlage.

Wie hoffentlich alle meine langjährigen Weggefährten. Denn sie alle sind ja das eigentliche Kapital dieser Titel: Susanne, Nicole, Angela, Sandy, Karin und Vanessa. Und bei CONCEPT Ophthalmologie das Herausgeberteam um Frau Dr. Schmickler und die Herren Prof. Dannheim, Prof. Augustin, Prof. Jünemann. Ich selbst werde noch einige Zeit im Hintergrund mitarbeiten, den einen oder anderen Essay beisteuern und mich in den vorhandenen Netzwerken austauschen.

Ich wünsche mir, dass Sie den Oberfranken genauso offen gegenüberstehen wie mir niederrheinischem Wahlallgäuer. Die Kommunikationschancen werden jedenfalls deutlich gesteigert, weil neue Dinge versucht werden, andere Aspekte hinzukommen. Doch das zu vermitteln ist Aufgabe des neuen Verlegers.

Ich lasse nun also los, bedanke mich für Ihre ehrliche Zugewandtheit in all den Jahren. Glauben Sie mir, ich bin darüber zutiefst dankbar. Ohne Sie alle hätten wir es nicht geschafft.

Ihr Heinz-Jürgen Höninger

Category: Allgemein

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