Korrektur extremer Fehlsichtigkeit von 40 Dioptrien Zylinderwert

9. Mai 2017 | By More

Einzigartige Linse zur Korrektur von 40 Dioptrien Zylinderwert

In der Universitätsmedizin Mainz haben Spezialisten die weltweit stärkste Linse zur Korrektur eines extremen Sehfehlers implantiert. Der operierte 76-jährige Patient war hochgradig sehbehindert, da er unter einem weit fortgeschrittenen Grauen Star litt und zudem eine extreme Hornhautverkrümmung aufwies. Nur einen Monat nach der OP betrug seine Sehstärke auf dem operierten Auge bereits rund 35 Prozent des üblichen Sehvermögens.

Privatdozent Dr. med. Urs Voßmerbäumer, Leiter des Spezialbereichs Refraktive Chirurgie an der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, hat es sich zum Ziel gesetzt, auch extrem fehlsichtige Augen wieder am Sehvorgang teilhaben zu lassen. Jüngst hat er eine bislang weltweit einzigartige Operation durchgeführt: Mittels der Implantation einer speziell angefertigten Intraokularlinse hat er eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) von 40 Dioptrien korrigiert. Üblicherweise liegt die Grenze für serienmäßig gefertigte Linsen bei 12 Dioptrien.

Die Korrektur einer solch extremen Sehbehinderung stellte in mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung dar: Zum einen in der Berechnung und der Produktion der zu implantierenden Linse. Dafür bedurfte es insbesondere einer extrem genauen Vermessung des Auges und der Hornhautverkrümmung. Im zweiten Schritt stellte die spezielle Konstruktion der außergewöhnlich anspruchsvollen Intraokularlinse besondere Anforderungen an die Ingenieure der Erlanger Herstellerfirma. Zum anderen forderte die Implantation des personalisierten Medizinprodukts dem Operateur Voßmerbäumer Höchstleistungen ab.

Die implantierte, hochleistungsfähige Linse basiert zwar auf dem standardisierten Modell einer torischen Linse, sie ist jedoch wesentlich dicker. Dieser Faktor ist insofern relevant, da die ca. 13 mm lange und im Durchmesser 6 mm große Linse gefaltet in das Auge eingebracht wurde. Für diesen Arbeitsschritt stand PD Dr. Voßmerbäumer nur ein ca. 2,8 mm breiter Schnittkanal offen. Zudem waren bei dem operierten Patienten die Sichtverhältnisse in das Auge hinein sehr schwierig – auch weil der Patient unter einem sehr weit fortgeschrittenen Grauen Star litt und früher eine Hornhauttransplantation erhalten hatte.

Quelle+Foto: Universitätsmedizin Mainz

Einzigartige Linse zur Korrektur von 40 Dioptrien Zylinderwert

Category: Katarakt, Medizin

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