AMD-Netz: Forum in Göttingen

8. Mai 2017 | By More

Wie werden AMD-Patienten optimal versorgt, unabhängig davon, ob sie in ländlichen Gebieten, in Ballungsgebieten oder in Seniorenheimen leben? Wie gelangen sie an die für sie relevanten Informationen zur Behandlung und dem Umgang mit einer Seheinschränkung? Wie kann die Qualität der Behandlung, insbesondere der IVOM-Therapie, sichergestellt werden?

Diese Fragen beschäftigten die 45 Teilnehmer des AMD-Netz Forums, welches am 26.04.2017 in der Universitätsmedizin Göttingen stattfand. In Kooperation mit der dortigen Abteilung für Augenheilkunde richtete das AMD-Netz erstmalig ein Forum in Niedersachsen aus.

Prof. Nicolas Feltgen, Abteilung Augenheilkunde der UMG, gab einen Einblick in die aktuelle medizinische AMD-Versorgung und verwies auf die zukünftigen Herausforderungen insbesondere in der Arzt-Patienten-Relation in ländlichen Gebieten. Eva Hansmann vom Bundesverband Deutscher OphthalmoChirurgen erläuterte das Konzept der Qualitätssicherung in IVOM-Selektivverträgen, welches die Gewährleistung höchstmöglicher Qualität für Patienten zum Ziel hat. Jana Bouws, AMD-Netz, stellte das Pilotprojekt „Qualitäts-Versorgung bei AMD“, kurz Q-VERA, in Westfalen-Lippe vor. Hier steht die konkrete Verbesserung der AMD-Versorgung durch additiv vergütete Informations- und Qualitätssicherungsmaßnahmen in der Augenarztpraxis im Fokus. Dr. Petra Fang, Universitäts-Augenklinik Bonn, berichtete mit der Studie OVIS über die ophthalmologische Versorgung in Seniorenheimen und Verbesserungspotenziale. Abschließend referierte Ute Palm von Pro Retina Deutschland über ein Kölner Pilotprojekt zur Smartphone-Nutzung von älteren sehbeeinträchtigten Menschen.

Alle diese Projekte arbeiten in den unterschiedlichen Disziplinen an neuen Instrumenten für eine verbesserte AMD-Versorgung und geben richtungsweisende Lösungsansätze vor. Hier seien beispielsweise Transportservices für Augenpatienten, elektronische Übermittlung von Bilddaten zur Behandlungsabstimmung oder Delegation von Leistungen an das Praxispersonal genannt.

In zwei Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmer anschließend die Potenziale und Grenzen der medizinischen und nicht-medizinischen Versorgung. Einigkeit über die Themen hinweg bestand darin, dass interdisziplinäre Kooperationen und die Zusammenarbeit der verschiedenen Versorger notwendig sind und auf Vertrauen basieren müssen. Die Motivation zur Beschreitung neuer Wege und das persönliche Kennenlernen im Rahmen solcher Veranstaltungen sind Voraussetzungen für das Gelingen neuer Ansätze zum Wohle der AMD-Betroffenen.

Quelle: AMD-Netz

Category: Allgemein

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