Gassen: Ärzte in der Niederlassung gegenüber „Klinikern“ im Nachteil

22. Februar 2017 | By More

(Hartmannbund) Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, sieht Ärzte und Psychotherapeuten in der Niederlassung gegenüber angestellten Ärzten im Krankenhaus – sowohl mit Blick auf ihr Einkommen als auch hinsichtlich ihrer Arbeitszeit – im Nachteil. Zwar habe sich die wirtschaftliche Lage in den Praxen in den vergangenen Jahren merklich verbessert, ein (nach Abzug von Steuern und Versicherung) verbleibendes Gehalt von 78.000 Euro im Jahr sowie mangelndes Vertrauen in die Stabilität der finanziellen Rahmenbedingungen machten jedoch notwendige Investitionen in die Praxisstruktur nach wie vor schwierig, sagte Gassen unter Berufung auf jüngste Zahlen des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (ZI).

Dieses hatte im Rahmen des ZI-Praxis-Panels (ZIPP) unter anderem ermittelt, dass der Jahresüberschuss in den Praxen 2015 im Vergleich zum Jahr 2014 um 6,6 Prozent gestiegen war. Gassen wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die arithmetischen Mittelwerte nicht darüber hinwegtäuschen dürften, dass die wirtschaftliche Lage je nach Art und Umfang der Praxistätigkeit sehr unterschiedlich ausfalle.

Sein Fazit: „Die Niederlassung muss wieder attraktiver werden – das geht aber nur, wenn die Verdienstmöglichkeiten in der eigenen Praxis bei hohem wirtschaftlichen Risiko mindestens genauso gut sind wie in der sicheren Anstellung im Krankenhaus.“

Category: Beruf, Verbände

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